Nein, keine Story a la facebook o.ä.
Das Jahr war zu reich an besonderen Höhen- oder Tiefpunkten, alle werden zur Zeit ja abgefeiert.
Das meine persönlichen Höhepunkte natürlich mit meinem Abschied von der Uni-Bühne zusammenhängen, dürfte nachvollziehbar zu sein: Jazzfestival, Abschied in der Uni, und dann auch noch 50 Jahre Bläser…
Kann und soll hier nicht extra ausgebreitet werden. Deshalb habe ich mich für eine relativ kleine Randnotiz entschieden, die eigentlich nur in Dortmund Staub aufgewirbelt hat. Steht in ungefähren Zusammenhang mit dem Goldstaub, den die unerwartete (aber umso erfreulichere) erneute Meisterschaft des BVB 09 aufgewirbelt hat:
Der Superball für die Supertanne
In der Weihnachtszeit dürfen auch Fußballprofis mal an etwas anderes als an Fußball denken, z.B. wenn sie über einen Weihnachtsmarkt gehen. Außer in Dortmund.
Dort soll nun in diesem Jahr erstmals ein 4 m großer Fußball, natürlich in gelb-schwarz, die Spitze des „grössten Weihnachtsbaumes auf einem deutschen Weihnachtsmarkt“ – so die Eigenwerbung – schmücken. Der Baum ist natürlich nicht ganz echt, sondern zusammengesetzt aus vielen kleinen Weihnachtsbäumen. 11 Freunde reichen da längst nicht, es sind etwa 1.700.. Dann erst steht die 45 m hohe Tanne. Und als krönender Abschluß dann nun erstmals ein Fußball, kein Engel (wie in früheren Jahren).
Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin als Dortmunder natürlich ein Fan von Borussia Dortmund.
Trotzdem habe ich beim ersten Betrachten der Bilder doch erstmal an einen verspäteten Aprilscherz gedacht.
Was haben sich die Veranstalter des Dortmunder Weihnachtsmarktes dabei gedacht? Haben sie gedacht? Zwar ist der Weihnachtsbaum kein christliches Symbol, wohl aber eins für die Weihnachtszeit. Und der Engel vom Himmel verkündet eine frohe Botschaft – euch ist heute der Heiland geboren.
Hier soll es wohl bedeuten: Deutscher Meister wird nur der BVB.
Das Merchandisingpotential einer solchen Umwidmung ist natürlich enorm, werden sich die Ideengeber gedacht haben. Nennen wir sie mal die Herren Ochs und Esel (die richtigen Namen sind nicht nur der Redaktion bekannt, werden hier aber aus Datenschutzgründen nicht genannt)
Denn ist nicht eigentlich auch eine Krippe völlig out? Und erst recht ein Stall? Kommt also als nächstes nach der Modifizierung des Engels oben für Stall und Krippe demnächst ein kleines Stadion mit einem niedlichen kleinen Tor unten? Und das Kind in Windeln gewickelt- muss ja auch nicht sein. Wie wäre es mit einem gelb-schwarzen Fan-Schal? Der könnte den kleinen dann ein Leben lang begleiten. Und man könnte später stolz sagen: der Fußball wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.
Die Begleitpersonen in der Weihnachtsgeschichte – von Maria und Joseph bis zu den Weisen aus dem Morgenland – könnte man ja auch mit Personen der Zeitgeschichte besetzen. Lediglich Ochs und Esel sind bereits vergeben…(siehe oben).
Damit keine Missverständnisse auftreten – der BVB musste für diese Werbeaktion (noch) nichts bezahlen. Es prangt auch kein BVB-Logo auf dem Ball. Und deshalb erkennt man ihn auch nicht direkt als BVB-Ball, auch wenn er schwarz-gelb ist. Glauben die Macher. Die ganze Aktion wird aus Steuergeldern der Dortmunder Bürger bezahlt – € 200.000 kosten Weihnachtsbaum und -spitze.
Aber ich könnte mir gut vorstellen – bei der Geschäftstüchtigkeit der Macher – dass sie in 2 – 3 Jahren an den BVB herantreten und eröffnen, dass man im nächsten Jahr mal einen blau-weißen Fußball auf die Tanne setzen wolle. Wg. der Abwechslung, und weil das auch farblich gut mit dem Himmel korrespondiert. Gegen eine kleine sechsstellige Zahlung aber könnte man von dieser Aktion Abstand nehmen…zu überweisen auf ein Konto in Liechtenstein.
Befruchten könne die Aktion allerdings demnächst die Fan-Gesänge im Westfalenstadion – im Umfunktionieren von geistlichen Gesängen hat man bei Borsussia Erfahrung (siehe “Geh auf mein Stern Borussia”, ursprünglich das Spiritual “Amazing Grace”)
Klingelt es demnächst im gegnerischen Kasten, würden die dann Fans automatisch „kling Glöckchen, klingelingeling“ singen…
Und da gäbe es noch viele Möglichkeiten. Ob sich allerdings als Hymne „Ball über Bethlehem“ (statt Stern über Bethlehem) durchsetzen würde – ich habe da so meine Zweifel.
Mit freundlichem Gruß
W. Raschke